Wer bietet mehr? HSV Physiotherapeut Stefan Kliche übergibt Thorben Schmidt (l.) ein Marcell Jansen Trikot und Fußballschuhe von Rafael van der Vaart. „Rossini“
Chefin Julia Kissmann zeigt René Adlers Torwarthandschuhe mit Autogramm

PHYSIO-SCHUTZENGEL DES HSV

Seit 2004 ist der gebürtige Hittfelder Stefan Kliche einer von ihnen. Doch ein Mitglied der „Rautenfamilie” war er schon früher. In der Jugend kickte er zunächst für Eintracht Hittfeld und später für die SG Jesteburg/Bendestorf. Ab 1995 spielte Kliche dann 3 Jahre beim HSV in der A-Jugend, um anschließend beim VFL Jesteburg über Buchholz 08 im Herrenbereich zu spielen. Sein damaliger Physiotherapeut Jörn Schmikat, der auch als Dozent tätig war, lotste Kliche nach seiner Karriere als Jugendnationaltorwart zum HSV, wo er sich rund 2 Jahre lang um das körperliche Wohlergehen der A-Jugend kümmerte: „Den ersten Kontakt zum Beruf eines Physiotherapeuten hatte ich während meiner eigenen aktiven Zeit als Torhüter”, erzählt er. „Die Arbeit der Ärzte und Physios hat mich damals schon beeindruckt.” Seit 2011 ist der heute 33-Jährige Leiter des Physio-Teams beim HSV Fußball. Ein Beruf, der ihm sichtlich Freude macht: „Ich bin und werde meiner Region immer sehr verbunden bleiben. Es ist aber auch toll, mit der Mannschaft zu reisen, sowohl zu Auswärtsspielen, als auch in die Trainingslager. Wir sind ja überall dabei.” Genau genommen sind die Physios ab dem ersten Tag eines Spielers im Verein dabei. Sie machen die erste Eingangsuntersuchung, lauschen der Krankheitsgeschichte eines jeden Spielers und führen Tests durch. Neben der Aufgabe, Schwachstellen der Fußballer zu finden und diese zu therapieren, ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit das sogenannte propriozeptive Training. Hier werden Koordination, Stabilität und Muskulatur gestärkt, um präventiv Verletzungen vorzubeugen. Jeweils eine individuelle Behandlung pro Woche ist im Trainingsplan der Spieler eingetragen. „Während der Behandlung baut sich dann ein starkes Vertrauensverhältnis auf”, erzählt Kliche. „Die Spieler reden offen mit uns und wissen, dass die Informationen, die sie uns geben, unter uns bleiben.” Die Physios haben somit auch eine Art therapeutische Funktion, da  sich die Spieler bei ihnen Sorgen und Frust von der Seele reden können.

Thorben Schmidt, Musikmanager des Hittfelder Dorffestes, der Stefan Kliche schon in jungen Jahren als Torwart trainierte, erinnert sich an dessen Anfänge: „Ich hab Stefan immer die Bälle zugeworfen und gesagt: ‚das ist Spinat, den magst du nicht, also hau ihn weg!’” Dieses „Weghauen” hat ihm vielleicht auch seinen Spitznamen „Bomber” eingebracht. So hat David Jarolin ihn immer genannt und seitdem hat Stefan Kliche seinen Spitznamen beim HSV weg. Vor Kurzem übergab Stefan Thorben Schmidt ein paar Torwarthandschuh von René Adler, dem Torwart des HSV, sowie ein Trikot von Marcel Jansen und ein paar Fußballschuhe von Rafael van der Vaart. Neben dessen Rückennummer „23” steht auf einem Schuh noch „Sylvie” und auf dem anderen Schuh der Name von van der Vaarts Sohn, „Damian”. Wer sich eine der Raritäten sichern möchte: Sie werden am Sonntag auf dem Dorffest für einen guten Zwecke versteigert.   


Thorben Schmidt, Musikmanager und  HSV Mitarbeiter Stefan Kliche kennen siech noch aus HIttfelder Zeiten. "Ich hab Stefan immer die Bälle zugeworfen und gesagt: ‚das ist Spinat, den magst du nicht, also hau ihn weg!’”